Gesangverein "FROHSINN" 1894 e.V.

in der "Chorgemeinschaft Remde"

 

Der Gesangverein "FROHSINN" 1894 e.V. Steinbach-Hallenberg

 bildet mit dem "Gemischten Chor" e.V. Schmalkalden die

 "Chorgemeinschaft Remde"

1894: Gründung als Männergesangverein, ein so genannter  "wilder Verein" (so wurden die Gesangvereine genannt, die nicht in einem Sängerbund organisiert waren) mit ca. 20 Sängern, überwiegend Arbeiter und Handwerker.

Initiator und Mitbegründer war der Schlosser und Freizeitmusiker Karl König, der  in den ersten Jahren auch die musikalische Leitung innehatte. Noch vor dem 1. Weltkrieg erreichte der Chor eine Mitgliederzahl von weit über 50 Sängern, die in dieser Vorkriegszeit viele Preise bei Preissingen und Sängerfesten erringen konnten.

Nach dem 1. Weltkrieg - viele Sänger waren gefallen - trat der Gesangverein dem "Deutschen Arbeiter - Sängerbund" bei, und nannte sich fortan: "Arbeitergesangverein Frohsinn". In der nachfolgenden Zeit entwickelte sich der Gesangverein explosionsartig, und wuchs auf eine Mitgliederstärke von ca. 70 aktiven Sängern. Unter dem Dirigenten Ernst Kaufmann (Musiklehrer aus Schmalkalden)  und dem damaligen Vorsitzenden Karl König fanden alle großen Gesangs - und Konzertabende ein ausverkauftes Haus vor.  Es war die erste Blütezeit des Gesangvereins. Höhepunkte waren damals die Mitwirkung beim 1. Fest des Deutschen Arbeiter-Sängerbundes 1928 in Hannover sowie die Teilnahme an den Gausängerfesten 1925 und 1929 in Erfurt.

1931 richtete der Gesangverein "Frohsinn" das 5. Bezirkssängerfest im Heimatort Steinbach-Hallenberg aus, an dem sehr viele Chöre aus der näheren und landesweiten Gegend teilnahmen. Der Festumzug aller Chöre an diesem 6. Juli 1931 wurde gleichzeitig eine gewaltige Demonstration gegen den aufkeimenden Faschismus. Im Mai 1933 wurde als einer der ersten Vereine der Gesangverein "Frohsinn" durch die Hitlerdiktatur aufgelöst. Das gesamte Vermögen - damals ein paar tausend Mark - wurde beschlagnahmt. Das Klavier und alle anderen vereinseigenen Musikinstrumente wurden weggeholt. Das wertvolle Notenmaterial, alle vorhandenen Urkunden und andere Dokumente (Chorchronik, Kassenbücher u.ä.) wurden eingezogen und verbrannt. Das Vereinsleben kam zu Stillstand.

1945 wurde durch ehemalige Mitglieder der Gesangverein  als "Volkschor" neu ins Leben gerufen (traditionelle Namen bzw. die Fortführung der Traditionen alter deutscher Vereine wurden damals durch die sowjetische Kommandantur nicht erlaubt). Die Anzahl der Sänger war gering, so gründeten sie mit ihren Ehefrauen und anderen interessierten Sängerinnen am 10. September 1947 einen Gemischten Chor, der es bis heute auch geblieben ist. Mitte der 50er Jahre erreichte der Chor wieder eine Stärke von ca. 60 aktiven Sängerinnen und Sängern. 

1949 tritt der Chor der "Deutschen Volksbühne" bei (Kulturorganisation der Volkskunstgruppen der DDR). 1953, nach Auflösung der "Volksbühne", wird der Chor aufgenommen und finanziell unterstützt vom VEB "Werkzeug-Union", dem späteren "Werkzeugkombinat Schmalkalden", Betriebsteil Steinbach-Hallenberg, später als Chor integriert in das "Ensemble der Werkzeugmacher" des VEB Werkzeugkombinat. Bis Mitte der 60er Jahre erreichte dieser Gemischte Chor, der seine Konzerte durch einen "Kleinen Chor", ein Gesangsduo und einen Pianisten auflockern konnte, seine volle Blütezeit.

1989/90, nach der politischen Wende in unserem Land, erfolgte die Auflösung des Ensembles der Werkzeugmacher und wir profilierten uns als selbstständiger Verein unter unserem ursprünglichen Namen: Gesangverein "FROHSINN" 1894. Wir wurden 1992 unter der Nr. 216 in das Vereinsregister beim Vereinsgericht Schmalkalden als gemeinnütziger Verein eingetragen.

Mitgliederschwund zwang uns zu einer Chorgemeinschaft mit dem Schmalkaldener "Gemischten Chor", der die gleichen Probleme hatte. Beide Chöre waren am 25.01.1991 Mitbegründer des "Schmalkaldener Sängerkreises" und wurden Mitglied im "Thüringer Sängerbund",(Seit 2015 Chorverband Thüringen e.V.) dadurch erfolgte gleichzeitig die Integration in den "Deutschen Sängerbund". ( Seit 2005 Deutscher Chorverband  DCV )

Am 9. Juli 1994 erhielten wir in der Elisabethenburg in Meiningen aus den Händen des Landesvaters Bernhard Vogel die höchste Auszeichnung eines Chores, die "Zelterplakette".

Seit etwa 1990 erfolgen unsere Chorproben, und auch alle Auftritte, nur noch gemeinsam unter der Bezeichnung: Chorgemeinschaft Remde, benannt nach unserem derzeitigen Dirigenten, dem Stadtkapellmeister von Schmalkalden, Hans-Werner Remde.

Steinbach-Hallenberg, den 30.10.2007
Rudi Nothnagel

Vereinsvorsitzender